Wenn Starköche die Almjause neu erfinden

Wenn Starköche die Almjause neu erfinden Ottofoto
Almküche auf Sterne-Niveau. Hochgenuss kehrt auf die Berge zurück.

Berechtigte Angst um ein gutes Butterbrot mit Steirerkas oder ein Speckbrot zum Most kann man bekommen, wenn man diese neuesten Meldungen verfolgt. Oder um einfache, gschmackige Streirerkasnockerl im gusseisernen Reindl.

Das sind vermutlich die neuesten Gefahren für die einfache, traditionelle und natürliche Verkostung auf unseren Almhütten. Nicht nur die neuen „Urlaub in Österreich – Gäste“, denen man zum Verstehen vom Almvieh schon allerhand Tafeln und Hinweise aufstellen muss um Unfälle zu vermeiden.

Es kehrt eine neue „Almkulinarik“ auf die Berge zurück, wie man in einigen Wochenzeitungen zu lesen bekommt. Ein Koch mit vier Hauben kreiert neue Gerichte und Weingüter runden mit speziellen „Almkulinarikweinen“ den Hochgenuss ab. Über die App „SummitLynks“ für Android (ist das ein neuer Virus?) kann man sich ein Tour-Tagebuch erstellen, um jeden Tag auf einer anderen Hütte ein Alm-Haubengericht zu konsumieren.

Und Wandernadeln in Gold, Silber und Bronze können sich Frau und Herr Urlauber auch erwandern.
Kann sich übrigens in diesem Zusammenhang noch jemand an die bedauernswerte Familie Sattmann in der seinerzeitigen Fernsehserie „die Piefke-Saga“ erinnern?
Diese beschriebene Aufwertung des Almtourismus findet in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein statt und soll viele neue Gäste auf Wanderwegen und Biker Routen zu 14 ausgewählten Hütten locken.
Man kann den Beteiligten nur wünschen, dass ihre Rechnung aufgehen möge.

Der Schreiber dieser Zeilen hat vor seinem geistigen Auge schon ein Tages-Angebot vor Augen:
Gegorenes Substrat, einer gefährlichen Mutterkuh entnommen, auf handgefertigtem und im Ofen gebähten Feldprodukten.
Angerichtet auf einer handgefertigten Servierhilfe aus heimischen Gehölzen und von einer naturbelassenen, rustikal gekleideten Person serviert, die teilweise sogar der ortsüblichen Ausdrucksweise mächtig ist. Dazu noch ein erlesenes Getränk mit einem Hauch von Alpenblume im passenden, kristallenen Trinkgefäß.
Oder ein Almbrötchen an in Rauch haltbar gemachtem, vom Küchenchef ausgewähltem und feinst aufgeschnittenem edlem Teil eines in ländlicher Umgebung betreutem Borstenvieh.

Ich persönlich wünsche mir beim nächsten Besuch auf meiner erklärten Lieblingsalm einfach nur ein Stück Schwarzbrot von der Hildegard, auf das die Hanni oder der Herbert Butter und reichlich Steirerkas aufgeschmiert haben. Sicherheitshalber noch ein zweites Brot mit selbst geselchtem Speck und Kren. Beides auf einem hölzernen Schneidbrettl. Und dazu eine kellerkalte Halbe Most in einem Bierglasl. Auf einer einfachen Holzbank sitzend. Keine fünf Meter neben dem neugierigen Jungvieh, welches genussvoll aus dem Brunnen säuft, in dem auch das Bier eingekühlt ist.

Und ohne Haube, wenn es die Witterung erlaubt.
Und weit und breit kein Parkplatz mit Bussen und unzähligen SUVs oder anderen Pseudo-Geländewägen.
Und ohne buntem Akku-Radlfahrer mit Sonnenbrille, dem natürlichen Feind jeden Waidmannes.

Otto S.

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