Wer waren die Sumerer?

Wer waren die Sumerer? © BLO24
Begründer der ersten Hochkultur der Menschheit

Die Sumerer gelten als die Begründer der ersten Hochkultur der Welt. Sie lebten im Süden von Mesopotamien, dem fruchtbaren Gebiet zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. Dieses Gebiet befindet sich heute im Süden des Irak. Dort entstand etwa ab 3500 v. Chr. eine der erstaunlichsten frühen Zivilisationen der Menschheitsgeschichte.

Woher die Sumerer ursprünglich kamen, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ihre Sprache gehört zu keiner bekannten Sprachfamilie, was sie für Historiker besonders geheimnisvoll macht. Manche Forscher vermuten, dass sie aus einer Region östlich von Mesopotamien eingewandert sein könnten. Sicher ist jedoch, dass sie sich im südlichen Mesopotamien niederließen und dort eine hochentwickelte Gesellschaft aufbauten.

Zwischen 3000 und 2300 v. Chr. erlebte die sumerische Kultur ihre Blütezeit. In dieser Zeit entstanden einige der ersten Städte der Welt, darunter Ur, Uruk und Lagash. Diese Städte waren keine einfachen Siedlungen, sondern gut organisierte Stadtstaaten mit Tempeln, Märkten, Werkstätten und Bewässerungssystemen. Besonders beeindruckend waren die sogenannten Zikkurats – gewaltige Tempeltürme, die als religiöse Zentren dienten und das Stadtbild prägten.

Die Sumerer waren für ihre Zeit außergewöhnlich fortschrittlich. Eine ihrer bedeutendsten Leistungen war die Erfindung der Keilschrift um etwa 3200 v. Chr. Mit einem zugespitzten Schilfrohr ritzten sie Zeichen in weiche Tontafeln. Diese Schrift diente zunächst der Verwaltung von Waren und Vorräten, entwickelte sich aber bald zu einem wichtigen Mittel für Literatur, Religion und Gesetzestexte. Damit schufen die Sumerer eine Grundlage für schriftliche Überlieferungen und für die Weitergabe von Wissen.

Auch in Mathematik und Astronomie waren sie ihrer Zeit voraus. Sie entwickelten ein Zahlensystem auf der Basis 60 – ein System, das bis heute in unserer Zeitmessung weiterlebt, da eine Stunde 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden hat. Darüber hinaus kannten sie bereits das Rad, betrieben Handel über weite Entfernungen und organisierten ihre Gesellschaft klar strukturiert mit Herrschern, Priestern, Handwerkern, Bauern und Sklaven.

Ihre Religion war polytheistisch, das heißt, sie glaubten an viele Götter. Zu den wichtigsten gehörten An, der Himmelsgott, Enlil, der Gott des Windes, und Inanna, die Göttin der Liebe und des Krieges. Religion spielte eine zentrale Rolle im Alltag, und die Priester hatten großen Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben.

Um etwa 2300 v. Chr. wurden die sumerischen Stadtstaaten vom Reich des Sargon von Akkad erobert. Später gingen sie im babylonischen Reich auf, unter anderem in der bedeutenden Stadt Babylon. Zwar verschwand die sumerische Sprache mit der Zeit, doch viele ihrer Errungenschaften blieben erhalten. Ihre Schrift, ihre religiösen Vorstellungen und ihre wissenschaftlichen Kenntnisse beeinflussten die nachfolgenden Kulturen stark.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sumerer eine der wichtigsten frühen Zivilisationen der Weltgeschichte waren. Sie legten vor über 5.000 Jahren den Grundstein für Städtebau, Schrift, Verwaltung und Wissenschaft. Auch wenn ihr Ursprung bis heute nicht vollständig geklärt ist, steht fest, dass ihr Einfluss die Entwicklung der Menschheit entscheidend geprägt hat.

Werbung

Werben auf BLO24

Sie haben Interesse auf unserer Plattform zu werben? Dann zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns unter +43 (0)664 222 66 00.