Auf der Jagd nach dem Glück

Vier Wochen Krise sind genug, ich mache mich jetzt auf die Suche nach ein bisschen Glück.


Schön langsam reicht es mir, so viel habe ich die letzten Jahre über nicht geschrieben. Seit vier Wochen sitze ich täglich vor meinem Computer und mache Homeoffice. Theoretisch müsste ich das nicht tun, aber ich fand den Gedanken schön, mit meinen Berichten ein paar LeserInnen zu informieren, ihnen vielleicht aus der Seele zu sprechen, sie ein wenig aufzumuntern, sie mit ein wenig Humor abzulenken und ... ja was und? Egal, ich kann das Wort Homeoffice nicht mehr hören.

Dabei habe ich noch Glück im Unglück, denn meine Kinder sind schon erwachsen und erklären mir nicht im Minutentakt mit trauriger Miene, dass ihnen FAAAAD ist. Was für ein Glück.
Aber das Wort Corona, das mich bei meinen Recherchen im Internet, TV und in diversen Zeitungen verfolgt und mir langsam die Augen tränen lässt, das kann ich wirklich nicht mehr hören. Dennoch muss ich sagen, ich berichte nur ab und zu über diese Krankheit und ihre Folgen, bin selbst nicht an Corona erkrankt und auch meine Familie und Freunde blieben bislang davor verschont. Was für ein Glück.

Das geht doch nicht. Zwei Absätze und schon zweimal Glück gehabt. Was sollen da die LeserInnen von mir denken? Der jammert da auf hohem Niveau und dann wird sein Gejammer auch noch online gestellt. Da haben Sie vollkommen recht, aber ich muss zu meiner Entschuldigung sagen, der Chefredakteur von BLO24 ist ein Freund von mir. Was für ein Glück.

Jetzt bin ich baff. Da suche ich nach dem berühmten Haar in der Suppe, um mich mal in Selbstmitleid zu suhlen, weil ich derzeit so viel schreiben muss und stelle gerade fest: Was für ein Glück, dass ich das darf. Na ja, online stellen kann mein Geschreibsel nur der Chef und der wird jetzt denken: „Der hat vielleicht ein Glück, dass ich sein Freund bin. Bei der Krone oder einem anderen Blattl wäre der längst geflogen.“ Schon wieder Glück gehabt – unfassbar!

Besser ich beende meine Jagd nach dem Glück, denn wie ich in diesen wenigen Zeilen feststellen konnte, habe ich jede Menge Glück. Und genau das, wünsche ich auch Ihnen liebe Leserinnen und Leser. Und wenn das Leben einmal so richtig be ... scheiden daherkommt, dann machen Sie sich auf die Jagd nach dem Glück. Denn wenn man in Ruhe nachdenkt, findet man selbst in dunkelster Stunde immer wieder eine Erinnerung, ein Lied, einen Text, ein Gefühl, oder wie ich in diesem Augenblick Dankbarkeit, das einen Glück empfinden und vieles aushalten lässt.


Frohe Ostern, halten Sie Abstand und bleiben Sie gesund!

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