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Khom fordert rasches Handeln für den Flughafen
Die angekündigte Senkung der österreichischen Flugabgabe sorgt in der Steiermark für Zustimmung. Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom sieht darin eine wichtige Chance, den Flughafen Graz zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu sichern. Gleichzeitig erhöht sie den Druck auf die Bundesregierung: Den Ankündigungen müssten jetzt konkrete Maßnahmen folgen.
Die österreichische Flugabgabe steht zunehmend in der Kritik. Während Flughäfen in benachbarten Ländern kräftige Passagierzuwächse verzeichnen, geraten heimische Standorte durch hohe Kosten und den Verlust wichtiger Flugverbindungen unter Druck.
Umso deutlicher begrüßt die steirische ÖVP-Landesparteiobfrau Manuela Khom die Ankündigung von Bundeskanzler Christian Stocker, die Flugabgabe senken zu wollen. Stocker hatte sich im Rahmen seiner China-Reise für eine entsprechende Entlastung ausgesprochen.
Für Khom ist dies ein längst überfälliger Schritt. Bereits im August hatte sie eine Senkung gefordert und im September gemeinsam mit Kärnten einen bundesländerübergreifenden Vorstoß unternommen.
„Die Flugabgabe darf nicht zum Standortkiller werden“
Khom warnt davor, dass Österreich im internationalen Wettbewerb weiter ins Hintertreffen gerät. Hohe Abgaben würden Fluggesellschaften und Passagiere zunehmend dazu bewegen, auf günstigere Flughäfen im benachbarten Ausland auszuweichen.
„Wenn Passagiere und Fluglinien aufgrund einer zu hohen Besteuerung auf Flughäfen in unseren Nachbarländern ausweichen, ist damit niemandem geholfen: Nicht unserer Wirtschaft, nicht dem Standort und schon gar nicht der Umwelt“, betont Khom.
Besonders die regionalen Flughäfen seien auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen angewiesen. Sie seien nicht nur für den Tourismus, sondern auch für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und internationale Geschäftsbeziehungen unverzichtbar.
Flughafen Graz verliert wichtige Verbindungen
Wie ernst die Situation ist, zeigen die jüngsten Entwicklungen am Flughafen Graz. Eurowings hat sein dort stationiertes Flugzeug abgezogen, während Ryanair sein Streckennetz in Österreich reduziert hat.
Ein weiterer Rückschlag folgte am 23. Oktober 2026: An diesem Tag hob der letzte Linienflug von Graz nach Wien ab. Damit ging eine traditionelle innerösterreichische Flugverbindung verloren.
Während österreichische Flughäfen unter Druck stehen, verzeichnen ausländische Standorte deutliche Zuwächse. Bratislava meldete für das erste Halbjahr 2026 ein Passagierplus von 123 Prozent, Ljubljana legte um 15 Prozent zu.
Für Khom sind diese Zahlen ein deutliches Warnsignal.
Zwölf Euro pro Passagier – auf Kurzstrecken sogar 30 Euro
Derzeit müssen Fluggesellschaften für Abflüge von österreichischen Flughäfen grundsätzlich zwölf Euro Flugabgabe pro Passagier entrichten. Bei besonders kurzen Strecken unter 350 Kilometern steigt diese Abgabe sogar auf 30 Euro.
Mehrere europäische Staaten, darunter auch österreichische Nachbarländer, verzichten hingegen auf eine vergleichbare Steuer.
Khom sieht deshalb insbesondere die SPÖ-geführten Ministerien für Finanzen und Verkehr gefordert, rasch an einer Lösung mitzuwirken.
„Es ist jetzt nicht die Zeit für ideologische Scheuklappen“, stellt die steirische Landeshauptmann-Stellvertreterin klar.
Flugverkehr und Bahn müssen gemeinsam gedacht werden
Trotz ihrer Forderung nach einer Entlastung des Flugverkehrs spricht sich Khom ausdrücklich für einen weiteren Ausbau der Bahn aus.
Mit der Koralmbahn und dem künftigen Semmering-Basistunnel eröffnen sich neue Möglichkeiten für den Wirtschafts- und Verkehrsstandort Steiermark. Entscheidend sei jedoch, diese Infrastruktur sinnvoll miteinander zu verknüpfen.
Dazu gehöre insbesondere eine zeitgemäße Anbindung des Flughafens Graz an die Koralmbahn.
Jetzt ist die Bundesregierung am Zug
Für Khom steht fest: Eine starke internationale Verkehrsanbindung ist ein wesentlicher Standortfaktor für die Steiermark. Der Flughafen Graz müsse auch künftig eine wichtige Drehscheibe für Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus bleiben.
Die angekündigte Senkung der Flugabgabe sei daher ein positives Signal, dürfe aber nicht bei politischen Absichtserklärungen stehen bleiben.
Die zentrale Forderung aus der Steiermark lautet: Österreichs Flughäfen brauchen rasch wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen – bevor weitere Flugverbindungen, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Chancen verloren gehen.
Der OpenStreetMap-Dienst ist erforderlich, um diese Karte zu laden.
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