Kürzungen treffen Familien und Gemeinden
Für viele Gemeinden im Bezirk drohen spürbare finanzielle Einschnitte – mit direkten Folgen für Familien, Kinder und die kommunalen Budgets. Besonders hart trifft die neue Förderlogik die Nachmittags- und Ferienbetreuung. Genau jene Angebote, die für berufstätige Eltern unverzichtbar sind, geraten nun unter Druck. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Gröbming fehlen rund 10.000 Euro, in Trieben etwa 13.500 Euro und in der Bezirkshauptstadt Liezen summiert sich das Minus – inklusive geplanter Adaptierungen – auf fast 64.000 Euro. Weitere Gemeinden im Bezirk müssen ebenfalls mit empfindlichen Einbußen rechnen.
Brisant ist vor allem der Zeitpunkt der Änderungen: Sie greifen bereits im laufenden Schuljahr 2025/26. Für viele Gemeinden kommt das völlig überraschend – ihre Budgets sind längst beschlossen, die Mittel fix eingeplant. Nun stehen Bürgermeister:innen und Verantwortliche vor einem finanziellen Scherbenhaufen.
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen den Wegfall zusätzlicher Mittel für bestehende Ganztagsschulen, die fehlende Unterstützung bei Personalkosten in der Ferienbetreuung sowie die Deckelung der Förderung auf maximal 4.500 Euro pro Gruppe jährlich – ein Betrag, der in der Praxis oft weit unter den tatsächlichen Kosten liegt.
„Unsere Gemeinden arbeiten bereits am Limit. Wenn mitten im Schuljahr Förderungen gekürzt oder völlig neu geregelt werden, ist das ein massiver Eingriff in die Planungssicherheit vor Ort“, warnt Bürgermeister Thomas Reingruber. „Hier geht es nicht um Parteipolitik – es geht um verlässliche Rahmenbedingungen für Kinder, Eltern und Gemeinden.“
Die Auswirkungen könnten gravierend sein: Wird die Finanzierungslücke nicht geschlossen, drohen Einschränkungen im Betreuungsangebot oder steigende Kosten für Eltern. Gerade im ländlichen Raum wäre das ein herber Rückschlag.
„Nachmittags- und Ferienbetreuung sind kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, betont Reingruber. „Wenn diese Angebote ins Wanken geraten, trifft das vor allem jene Familien, die ohnehin schon viel stemmen müssen.“
Der SPÖ-Gemeindevertreter:innenverband Liezen richtet daher einen eindringlichen Appell an die Steiermärkische Landesregierung: Die Förderregelung müsse dringend überarbeitet und gemeinsam mit den Gemeinden neu gedacht werden.
„Die Zeit drängt.
Unsere Gemeinden brauchen jetzt rasch Klarheit und echte Unterstützung – damit Betreuung nicht zum Unsicherheitsfaktor wird, sondern verlässlich bleibt“, so Reingruber abschließend.



