Südösterreich gemeinsam stärken

Lukas Schnitzer und Markus Malle © ÖVP Lukas Schnitzer und Markus Malle
ÖVP-Landtagsklubs Steiermark und Kärnten starten Zukunftsallianz entlang der Koralmbahn

Klubobmann Schnitzer: „Synergien nutzen für eine abgestimmte Zukunftsstrategie – gemeinsame Initiativen im Landtag zur Stärkung des Wirtschaftsraums Südösterreich!“Die Landtagsklubs der Steirischen und der Kärntner Volkspartei haben sich im weststeirischen Groß St. Florian getroffen, um die Zusammenarbeit beider Bundesländer auf parlamentarischer Ebene gezielt zu vertiefen. Im Fokus standen gemeinsame Landtagsinitiativen zur Stärkung des Wirtschaftsraums Südösterreich, der Ausbau zentraler Infrastruktur sowie eine klare europäische Perspektive entlang der Koralmbahn-Achse.

Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn entsteht im Süden Österreichs ein neuer Zentralraum mit über 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und mehr als 770.000 Arbeitskräften. Dieser Raum bietet enormes Potenzial für Wertschöpfung, Innovation, Fachkräftegewinnung und Lebensqualität – Potenziale, die Steiermark und Kärnten künftig noch stärker gemeinsam heben wollen.

„Mit diesem ersten Abstimmungstermin setzen die ÖVP-Landtagsklubs aus Steiermark und Kärnten ein klares Zeichen für mehr Kooperation, abgestimmte Politik und eine gemeinsame Zukunftsstrategie. Südösterreich soll als starker, innovativer und europäisch vernetzter Wirtschafts- und Lebensraum weiterentwickelt werden – zum Nutzen der Bevölkerung, der Betriebe und der kommenden Generationen“, betont STVP-Klubobmann Lukas Schnitzer.

Auch Kärntens ÖVP-Clubobmann Markus Malle unterstreicht die Bedeutung des Schulterschlusses: „Mit der engen Zusammenarbeit zwischen Kärnten und der Steiermark füllen wir die neu entstehende Großregion mit Leben. Abgestimmte Initiativen und gemeinsame Projekte bringen Vorteile und Erfolgschancen für beide Bundesländer.“ Dass bereits beim Auftakt konkrete Maßnahmen diskutiert und auf Schiene gebracht wurden, sei ein klares Signal: „Hier entsteht Zukunft!“

Gemeinsamer Wirtschaftsausschuss als nächster Schritt

Die Zusammenarbeit soll nun konsequent in die Landtage hinein verlängert werden. In Groß St. Florian kamen dazu die Mitglieder der Wirtschafts- und Europa-Ausschüsse sowie regionale Abgeordnete unterschiedlicher Ebenen zusammen. Ziel ist es, parlamentarische Initiativen enger zu koordinieren und – wo sinnvoll – gleichlautende bzw. harmonisierte Anträge in beiden Landtagen einzubringen.

Künftig sollen Ausschüsse bei strategischen Zukunftsthemen nicht nur abgestimmt arbeiten, sondern auch gemeinsam tagen. Als erster konkreter Schritt ist im Juni 2026 eine gemeinsame Sitzung der Wirtschaftsausschüsse geplant.

Wirtschaftsraum Südösterreich: komplementäre Stärken bündeln

Die Koralmbahn bildet das Rückgrat eines leistungsfähigen Wirtschafts- und Arbeitsraums zwischen Graz und Klagenfurt. Während die Steiermark stark exportorientiert ist und eng in internationale Produktionsketten eingebunden ist, entwickelt sich Kärnten dynamisch im High-Tech- und Forschungsbereich. Diese Stärken sollen künftig gezielt gebündelt werden.

Im Mittelpunkt stehen Zukunftsbranchen wie Mikroelektronik, grüne Technologien, nachhaltige Mobilität und Digitalisierung. Ziel ist es, Betriebe zu stärken, Arbeitsplätze abzusichern und Südösterreich als attraktiven Lebens-, Arbeits- und Unternehmensstandort im europäischen Wettbewerb zu positionieren.

Einfaches Ticket- und Tarifsystem für die Koralmbahn

Damit die Koralmbahn ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht es ein einfaches, durchgängiges und länderübergreifendes Tarifsystem. Derzeit fehlen integrierte Lösungen zwischen den Verkehrsverbünden und der ÖBB.

Steiermark und Kärnten wollen daher gemeinsam mit der Bundesregierung auf eine Kombination der regionalen Klimatickets auch auf Korridorstrecken wie der Koralmbahn drängen – ohne Mehrkosten für die Länder und mit entsprechender finanzieller Absicherung durch den Bund.

Tourismusoffensive: „Sommercard Süd“ und neue Angebote

Die deutlich verkürzten Reisezeiten zwischen Graz und Klagenfurt eröffnen neue Chancen für Tages- und Kurzurlaube. Aufbauend auf der Steiermark Card und der Kärnten Card soll das touristische Potenzial durch eine gemeinsame „Sommercard Süd“ weiter ausgeschöpft werden.

Zusätzlich geplant sind länderübergreifende Erlebnisangebote, gemeinsame Kampagnen, Events sowie Kultur- und Kulinarikprogramme – mit dem Ziel, die Nebensaison zu stärken und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.

Breitbandausbau: digitale Infrastruktur als Standortfrage

Ein flächendeckender Breitbandausbau ist Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und gleichwertige Lebensbedingungen – insbesondere im ländlichen Raum. Der geplante Stopp des Bundesprogramms „OpenNet 3“ hätte massive Auswirkungen auf Steiermark und Kärnten gehabt.

Zwar konnten durch gemeinsames Auftreten Mittel für die Jahre 2027 bis 2029 gesichert werden, diese liegen jedoch deutlich unter dem ursprünglichen Bedarf. Die beiden Länder fordern daher eine vollständige finanzielle Absicherung der geplanten Projekte sowie ein faires, transparentes Fördermodell ab 2026, das regionale Bedarfslagen berücksichtigt.

Europa vernetzen: Koralmbahn als Zukunftsprojekt im TEN-T-Netz

Die Koralmbahn ist Teil des Trans-Europäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) und des Baltisch-Adriatischen Korridors. Sie stärkt Lieferketten, verlagert Verkehr auf die Schiene, verbessert die Mobilität von Fachkräften und verbindet Wirtschafts- und Lebensräume von Mittel- bis Südosteuropa.

Steiermark und Kärnten bekennen sich dazu, die Koralmbahn konsequent als europäisches Zukunftsprojekt zu positionieren und den Ausbau ergänzender Infrastruktur trotz angespannter Budgets weiter voranzutreiben.

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