Wir sind Europäer – gewesen?
- verfasst von Alfred Stadlmann
- Panoptikum
Sonst so wortgewandt, wenn es um die Einigkeit und das Regulieren von Gesetzen und Dingen, und den Zahlungen der Mitgliedsstaaten an die EU geht, ist in Corona Zeiten aus Brüssel nicht viel zu vernehmen. So schnell konnten die Frau van der Leyen und ihre Gefolgsleute gar nicht schauen, kochten die EU-Mitgliedstaaten ihr eigenes Krisensüppchen (mehr oder weniger erfolgreich, wie mittlerweile bekannt ist) und machten in Corana-Zeiten ihre Grenzen dicht.
Dass im Laufe der Jahre in manchen Staaten das Gesundheitssystem nicht für den Krisenfall ausgelegt, sondern kaputtgespart wurde, zeigt das Virus nun schonungslos in Italien, Spanien und auch Frankreich auf. Innerhalb einer Gemeinschaft, mit so hochtrabenden Zielen wie der Europäischen Union, dürfte das nicht passieren und ist ein totales Versagen.
Mir hat dazu ein Satz von Kurt Seinitz in der Krone gefallen, der die Sache auf den Punkt bringt: „Die EU hat sich als leere Hülle, als Schönwetterinstitution entlarvt.“
Aber nicht nur die EU mit ihrer Granddame hat in dieser Krise versagt, es gibt zurzeit einige Staatsoberhäupter, die den Ernst der Lage nicht erkannt und anfangs mit populistischen Worthülsen ihre BürgerInnen beruhigen wollten. An Ignoranz dabei nicht zu übertreffen, reagierten Mister Trump, der sein AMERIKA FIRST nun in Coronazahlen bestätigt bekommt und Mister Boris Johnson, den das Virus in Quarantäne schickte. Dort kann er nun beim Händewaschen jedes Mal zwei Happy Birthday trällern.
Man mag sich als empathischer Mensch gar nicht vorstellen, was in Ländern wie Indien und Afrika passieren wird, wo die Ärmsten der Armen dem Virus ziemlich schutzlos ausgeliefert sind. Man kann nur hoffen, dass es bald wirksame Maßnahmen zur Eindämmung von SARS COV 2 geben wird. Und dann sollte man schleunigst die Machtbefugnisse der versagenden Politiker eindämmen, aber hier, denke ich, werden ihre Völker die Antwort schon geben. Denn wer wie im Falle der USA pro Tag 2 Milliarden Dollar für Rüstung ausgibt und das Gesundheitssystem so auslegt, dass es sich nur Privilegierte leisten können, der muss nun einsehen, dass es so nicht geht. Außerdem macht das Virus keinen Unterschied zwischen Arm und Reich.
Ob und wie es mit der EU nach Corona weitergeht, auch das wird sich zeigen. Vorerst müssen wir alle Abstand- und dennoch Zusammenhalten, um diese Krise so gut und so bald als möglich zu überstehen.
Aber über eines bin ich in diesen schweren Zeiten doch froh. Meine Familie und ich leben in Österreich, wir haben eine vorausschauend agierende Regierung, ein noch intaktes Gesundheitssystem und die Österreicherinnen und Österreicher, auch wenn es nicht immer leichtfällt, tragen die Entscheidungen unserer Regierung mit.
Bitte halten Sie Abstand, halten Sie durch und bleiben Sie gesund!



