Wie geht es den Corona-Kindern?
- verfasst von Alfred Stadlmann
- Panoptikum
Man kann nicht in ihre Köpfe schauen, aber Gefühle lassen sich schon interpretieren und da mehrt sich der Unmut bei den Kleinen, dass sie ihre Freunde nicht mehr treffen dürfen. Neulich hat meine Tochter ihrem 2-jährigen Sohn ein Bild seines besten Freundes gezeigt, worauf der dessen Namen brabbelte und zu weinen begann. Daran kann man schon mal erkennen, wie die aktuelle Situation auch unsere Kleinsten belastet.
Während Teenager via WhatsApp, FB, Snapchat und was auch immer, Kontakt mit ihren Freunden halten und sich austauschen, sind die Kleinsten bei Social Media deutlich im Nachteil. Sie benützen kein Facebook, sie brauchen Face to Face, den Real Life Kontakt im Sandkasten oder auf dem Spielplatz. Ihnen kann man nicht sinnbringend erklären, warum sie zurzeit mit Freunden nicht spielen können, und so bleibt ein Social Vakuum, dass Eltern und Geschwister nur bedingt füllen können.
Ich kann mich noch an die Tschernobyl-Krise 1986 erinnern, wo am 30. April und 1. Mai eine relativ große Menge an radioaktiven Spaltprodukten über unserem Bundesgebiet niedergingen. Meine Tochter schaute wochenlang wehmütig aus dem Fenster auf den Spielplatz vor dem Haus. Sandkiste, Rasenspiele, Schaukel und Waldspaziergänge waren tabu, weil durch radioaktiven Fallout kontaminiert. Österreich war damals von den Folgen der Reaktorkatastrophe im Vergleich zu anderen mitteleuropäischen Staaten stark betroffen. Wir wussten als Eltern nicht, wo diese unsichtbaren Partikel lauern und wie lange und wie schädlich sie uns und die Kinder treffen. Letztlich stellten sich viele Eltern die Frage über die gesundheitlichen Langzeitwirkungen, die eine radioaktiver Fallout mit sich bringt.
Ich sitze hier und schreibe diese Zeilen, was ein Indiz dafür ist, dass wir diese Krise gemeistert haben. So glaube ich, dass wir auch Corona meistern werden. Und die Kleinen sind oft zäher, als wir Erwachsenen denken. Sie werden dieses Social Distancing überstehen und die Freude wird umso größer sein, wenn sie ihre Freunde wieder am Spielplatz oder im Kindergarten treffen können.
Wann das sein wird, ich bin leider nicht so gut im Kaffeesud lesen.
Halten Sie weiter Abstand und bleiben Sie gesund!



