Pressekonferenz des Vereins PRO KLINIKUM Stainach
Stainach: Der im Jänner 2025 gegründete Verein PRO KLINIKUM STAINACH hat im Rahmen einer Pressekonferenz seine ausführliche Stellungnahme zum Endbericht des Regionalen Strukturplanes Gesundheit Steiermark 2030 (RSG St 2030) präsentiert. Der Verein, dessen satzungsgemäßer Zweck die Förderung der Fürsorge, der Gesundheitspflege und der langfristigen Sicherung einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen ist, setzt sich für die Errichtung eines modernen, zukunftsfähigen Klinikums in der Marktgemeinde Stainach ein.
Die Stellungnahme wurde fristgerecht im Rahmen des gemäß § 24 GeoLT und Art. 68 LVG vorgesehenen Begutachtungsverfahrens eingebracht. Mit Ablauf der Begutachtungsfrist am 11. Dezember 2025 legte der Verein fundierte fachwissenschaftliche, kompetenzrechtliche und gebarungsmäßige Bedenken gegen die geplante Neuordnung der intramuralen Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen vor.
Zentrale Kritikpunkte des Vereins PRO KLINIKUM STAINACH
1. Abkehr vom Leitspitalskonzept im Bezirk Liezen
Besonders kritisch sieht der Verein die im RSG 2030 vorgenommene Abkehr vom bereits im RSG 2025 verankerten Leitspital für den Bezirk Liezen. Während im neuen Strukturplan Leitspitäler in Feldbach, Leoben, Wagna und im sogenannten "Standort West" klar benannt werden, fehlt ein Leitspital für die flächenmäßig größte Region der Steiermark vollständig.
Stattdessen wird im Kapitel 6.2.5.6 und 6.2.5.7 der Endberichtes ein „Verbund LKH Rottenmann–Bad Aussee und Klinik Diakonissen Schladming“ beschrieben – eine Struktur, die aus Sicht des Vereins keine ausreichende Antwort auf die medizinischen, geographischen und demografischen Herausforderungen des Bezirks darstellt.
2. Verniedlichung weitreichender Strukturänderungen als „kleine Anpassungen“
In der Einleitung des RSG-Endberichtes (S. 8) wird darauf verwiesen, dass man den Empfehlungen der von der Landesregierung eingesetzten Expertenkommission („Plan B“) folge und diese lediglich „kleine Anpassungen“ darstellten. Der Verein widerspricht dieser Darstellung entschieden:
- Es handle sich nicht um kleine Eingriffe, sondern um massive Strukturänderungen,
- die mehrjährige fachliche Planungsprozesse mit Kosten in Millionenhöhe ignorieren,
- und die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Region gefährden.
Der Verein kritisiert, dass mit einem „Federstrich“ tiefgreifende, wissenschaftlich erarbeitete Konzepte außer Kraft gesetzt werden, ohne alternative, gleichwertige Versorgungslösungen anzubieten.
3. Widersprüchlichkeit und Unschärfe in der Darstellung der Versorgungsstruktur
Der Endbericht legt einerseits eine „intramurale Versorgungsstruktur für den Bezirk Liezen“ dar, beschreibt aber gleichzeitig einen Verbund ohne klaren zentralen Standort. Der Wechsel von einem Leitspitalskonzept hin zu einem „Spitalsnetzwerk“, wie es im Bericht bezeichnet wird, bleibt aus Sicht des Vereins unzureichend begründet und lässt wesentliche Fragen der Verantwortungs-, Kompetenz- und Ressourcenverteilung offen.
Position des Vereins: Ein leistungsfähiges Klinikum in Stainach ist unverzichtbar
Der Verein PRO KLINIKUM STAINACH bekräftigte bei der Pressekonferenz seine Forderung nach einer hochwertigen, strukturierten und für die Bevölkerung planbaren Gesundheitsversorgung, die den besonderen Anforderungen des Bezirkes Liezen gerecht wird. Die Errichtung eines modernen Klinikums in Stainach wird dabei als zentraler Baustein einer zukunftsorientierten Gesundheitsstrategie gesehen.
Nur ein klar definierter, leistungsfähiger Standort könne:
- medizinische Qualität sichern,
- Personal langfristig binden,
- Ressourcen effizient bündeln,
- und die Versorgung in einem geografisch anspruchsvollen Bezirk gewährleisten.
Ausblick
Der Verein kündigte an, weiterhin aktiv den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, Expertinnen und Experten sowie der regionalen Bevölkerung zu suchen. Ziel sei es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen des Bezirkes entsprechen und die Gesundheitsversorgung nachhaltig sichern.
Mit der nun eingebrachten Stellungnahme setzt PRO KLINIKUM STAINACH ein deutliches Zeichen und fordert eine transparente, nachvollziehbare und verantwortungsvolle Planung in der Gesundheitsstrukturpolitik der Steiermark.



