Über den Dächern lebt die Freiheit
Was 2014 als mutiges Naturschutzprojekt begann, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt: Im Turm des Rottenmanner Rathauses haben Turmfalke längst ein Zuhause gefunden. Wo früher höchstens Tauben nisteten, ziehen heute elegante Greifvögel ihre Kreise und prägen das Stadtbild auf besondere Weise.
Den Anstoß gab vor zehn Jahren der damalige Bürgermeister Klaus Baumschlager gemeinsam mit der Berg- und Naturwacht Rottenmann und der Polytechnischen Schule der Stadt. Von Beginn an war klar: Dieses Vorhaben lebt von Zusammenarbeit. Während die Naturwacht ihr Fachwissen einbrachte, fertigten engagierte Schülerinnen und Schüler in ihren Werkstätten passgenaue Nisthilfen – ein praktischer Beitrag zum Artenschutz direkt vor der eigenen Haustür.
Nach der Montage der Nisthilfen im Jahr 2015 war zunächst Geduld gefragt. Erst im Frühjahr 2016 wurde das Angebot angenommen: Ein Falkenpaar bezog den Rathausturm. Kurz darauf, im Juni desselben Jahres, schlüpften die ersten drei Jungvögel – ein Moment, der das Projekt endgültig zum Erfolg machte. Seither hat sich der Turm zu einer verlässlichen Brutstätte entwickelt, in der sich die Falken Jahr für Jahr behaupten – selbst gegenüber der örtlichen Krähenpopulation.
Heute blickt Vizebürgermeister Klaus Baumschlager mit Zufriedenheit auf die Entwicklung: Aus einer Idee wurde ein fester Bestandteil des städtischen Naturschutzes. Der Rathausturm ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein Symbol dafür, wie Mensch und Natur im urbanen Raum harmonisch zusammenfinden können.
Die Betreuung des Projekts liegt weiterhin in den Händen der Berg- und Naturwacht. Gemeinsam mit allen Beteiligten freut man sich über zehn erfolgreiche Jahre – und auf viele weitere Generationen von Turmfalken, die hoch über den Dächern von Rottenmann ihre Kreise ziehen.



