Feuerwehr und Bundesheer trainierten den Ernstfall

Feuerwehr und Bundesheer trainierten den Ernstfall © BFV Liezen-Flugdienst
Inferno am Loser geprobt

Altaussee: Ein simulierter Waldbrand auf der Loseralm forderte am Freitag den Feuerwehr-Flugdienst Steiermark und das Österreichische Bundesheer bei einer groß angelegten Einsatzübung in alpinem Gelände. Mehr als 70 Einsatzkräfte trainierten unter realitätsnahen Bedingungen die Zusammenarbeit bei Vegetationsbränden in schwer zugänglichen Regionen.

Ausgangspunkt des anspruchsvollen Szenarios war ein angenommenes Schwendfeuer im Bereich des Losers, das sich zu einem Waldbrand entwickelte. Organisiert wurde die Flugdienstnachschulung von der Feuerwehr-Flugdienststaffel Steiermark Nord unter der Leitung von Staffelkommandant ABI d.F. Josef Fritz von der Freiwilligen Feuerwehr Aigen im Ennstal. Unterstützt wurde die Übung von den Flugdienststaffeln Ost/Süd der Feuerwehr Kapfenberg sowie West der Feuerwehr Scheifling.

Im Fokus standen die vielseitigen Aufgaben der Feuerwehr-Flughelfer und Flugeinweiser im Zusammenspiel mit den Hubschraubern des Bundesheeres. Dazu zählten unter anderem das Erkunden und Absichern von Landeplätzen, das Einweisen der Luftfahrzeuge, das Erkennen und Melden von Flughindernissen sowie das Vorbereiten von Lasten für Material- und Personentransporte. Auch Seil- und Windeneinsätze in unwegsamem Gelände wurden intensiv trainiert.

Besonderes Augenmerk galt den unterschiedlichen Hubschraubertypen des Bundesheeres. Neben den bewährten Maschinen AB 212 Agusta Bell und S-70 Black Hawk stand vor allem der moderne AW 169 Leonardo im Mittelpunkt der Ausbildung. Ziel war es, die Feuerwehr-Flughelfer auf aktuelle technische und einsatztaktische Anforderungen vorzubereiten.

Nach der gemeinsamen Auffahrt zur Loseralm errichteten die Einsatzkräfte eine vollständige Infrastruktur für den angenommenen Waldbrandeinsatz. Neben Einsatzleitung, Landeplatz und Wasserentnahmestelle wurde auch ein 10.000-Liter-Wasserbehälter aufgebaut. Die Freiwillige Feuerwehr Altaussee stellte zudem eine Zubringleitung her. Parallel dazu wurden Bambi Buckets, Pumpen, Armaturen, Löschwasserrucksäcke, Schläuche, Seile und mobile Löschwasserbehälter vorbereitet.

Im weiteren Verlauf trafen drei Hubschrauber des Bundesheeres im Übungsraum ein: ein AW 169 Leonardo, ein S-70 Black Hawk und ein AB 212 Agusta Bell. Unter realitätsnahen Bedingungen wurden Mannschaftstransporte, Windenflüge, Material- und Wassertransporte sowie Direktabwürfe auf die angenommene Brandstelle durchgeführt. Auch der Rücktransport von Mannschaft und Gerät wurde geübt.

Ein weiterer Teil der Übung bestand darin, Taucher per Hubschrauber zum Speicherteich Sandling zu verlegen und nach dem Einsatz wieder auszufliegen – ein zusätzliches Szenario für Spezialtransporte im alpinen Gelände.

Vor Ort machten sich auch Bereichsfeuerwehrkommandant LFR Reinhold Binder sowie OBR Harald Schaden, Landessonderdienstbeauftragter für Flugdienst und Vegetationsbrandbekämpfung des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark, ein Bild von der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Kräfte.

Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Bundesheer und weiteren Partnerorganisationen bei Wald- und Vegetationsbränden ist. Gerade in alpinem und schwer erreichbarem Gelände sind Hubschrauber unverzichtbar, um Einsatzkräfte, Löschwasser und Material rasch an den Einsatzort zu bringen.

Ein besonderer Dank galt der Freiwilligen Feuerwehr Altaussee, den Loser Bergbahnen sowie den Österreichischen Bundesforsten, die mit ihrer Unterstützung maßgeblich zum Erfolg der Übung beitrugen.

Bei der abschließenden Nachbesprechung wurden die gewonnenen Erkenntnisse analysiert und der Übungstag reflektiert. Gleichzeitig nutzte der Feuerwehr-Flugdienst den Rahmen, um Feuerwehr-Flughelfer BI Andreas Aster von der Feuerwehr Admont nach vielen Jahren engagierten Einsatzes altersbedingt zu verabschieden. Mit HFM Markus Komatz von der Feuerwehr Aigen im Ennstal wurde zudem ein neuer Feuerwehr-Flughelfer offiziell in die Flugdienststaffel Nord aufgenommen.

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