Fragen an Google zum Weihnachtsfest
- verfasst von Alfred Stadlmann
- Leute
Also, setz ich mich vor meinen Laptop und gebe „traditioneller Christbaumschmuck“ in das Google Suchfeld ein. Ungefähr 21.600 Ergebnisse steht unter meiner Frage, und das in (0,44 Sekunden). Da schau her, ich werde neugieriger.
Ich tippe „Christkindl“ und erhalte: Ungefähr 562 000 Ergebnisse (0,84 Sekunden). Meiner Seel, der Google kennt aber viele Christkindl.
Und mir wurde als Kind erzählt, es gibt nur ein Christkindl. Na ja, damals gab´s keinen Google, wie hätten meine Eltern da … is ja wurscht, jetzt.
Richtig festlegen will er sich aber nicht, der Google, stellt seinen Ergebnissen immer ein „ungefähr“ vor. Wohl Angst, ich könnte ihn wegen falscher Auskunft verklagen. Mach ich nicht, Google, ehrlich. Jetzt aber, Butter bei die Fische! Übrigens: Ungefähr 467 000 Ergebnisse (0,46 Sekunden).
Was ist nun „traditioneller Christbaumschmuck“? Dazu schreibt dieses allwissende Wikipedia: „Der Christbaumschmuck oder Weihnachtsbaumschmuck umfasst alle dekorativen Elemente, mit denen der Weihnachtsbaum geschmückt wird, im weiteren Sinne auch die Kerzen.“
Aha, das hätte ich auch ohne Google und Wikipedia gewusst. Und die Litanei, die da noch drunter steht, lese ich jetzt nicht. Unser Christbaumschmuck ist ohnehin „traditionell“. Bei mir ist es nämlich Tradition, dass ich jedes Jahr dieselben „dekorativen Elemente“ auf den Baum hänge. Sogar der Baum selber, ist bei mir ein „dekoratives Element“. Ist auch jedes Jahr derselbe, hat sich längst abbezahlt. Ja mei, für die paar Tag wo der im Wohnzimmer herumsteht? Außerdem ist den Kindern doch wichtiger, was unterm Baum liegt, oder?
Jetzt plagt mich schon wieder meine Neugier. Wo kommt eigentlich der Weihnachtsbaum her? Na, Google, hast du darauf auch eine Antwort?
Ja natürlich, hat er. Ungefähr 396 000 Ergebnisse in 0,59 Sekunden.
Eine Antwort:„Nach aktuellen Erkenntnissen der Forschung hat sich der Weihnachtsbaum aus dem Paradiesbaum (Paradeisl) entwickelt, der bei den mittelalterlichen Paradiesspielen am 24. Dezember verwendet wurde.“
Ja Sakrament, was sind jetzt wieder diese „mittelalterlichen Paradiesspiele“? Haben wir da ament was falsch überliefert bekommen? Das wäre ja eine schöne Bescherung …



