Kommt neue Gefahr über den Teich?
- verfasst von Alfred Stadlmann
- Leute
Wenn man hört, was diese futuristische Datenbrille von Google alles speichern könnte, kann einem Angst und Bang werden.
Nicht so Adalbert Hinterwäldler (Name von der Redaktion geändert) dem diese datensaugende Spionagebrille wohl keine Angst machen muss.
„Schau´n Sie, ich bin nicht bei Facebook oder Twitter, nutze keine Homepage, keinen BLOG, kein Eiergramm (er meint Instagram) oder eine andere neumodische Datenschleuder. Ich hab kein Schmartfon, telefoniere über Festnetz, habe keinen Computer und die Nachrichten schau ich auf meinem alten Röhrenfernseher ohne Gestensteuerung. Ich steh jeden Morgen auf, geh zuerst in den Stall und dann aufs Feld.
Zu Mittag leg ich mich nach dem Essen eine Stunde hin, ehe ich wieder an die Arbeit geh und abends todmüde ins Bett falle. Wenn ich eine Brille aufsetze, zum Lesen, dann ist die von der Krankenkassa und nicht von „Google", oder vom „Fiechmann". Um Gottes Willen, Sie kennen jetzt meinen kompletten Tagesablauf und meine Vorlieben. Schreibn´s das ja nicht auf BLOW24, oder für was auch immer sie mich gerade befragt haben."
Keine Angst, Herr Hinterwäldler, auch wenn wir es schreiben, Google wird sich kaum für ihr Leben oder ihren Lebenswandel interessieren. Google hat mit seiner „Google Glass" die andere Klientel im Visier. Die Vernetzten, die Social-Medialisten, die Internetuser, also jene, die sich jeden Tag im Netz tummeln, dort ihre Spuren hinterlassen und über deren Profile und Gewohnheiten (so man keine Vorsicht walten lässt)sich mit gezielter Werbung der ein oder andere Euro erwirtschaften lässt.
Aber nicht nur für Google wird der Internetuser interessanter. Für zwielichtige Gestalten würde sich, mit der „Google Glass" ausgestattet, ein völlig neuer Blickwinkel bei Recherchen auftun.
Dazu ein Beispiel: Sie spazieren über den Liezener Hauptplatz. Eine Person mit einer „Google Glass" kommt ihnen entgegen und schaut sie kurz an. Ein Blick genügt und die Brille speichert ihr Bild auf dem Display. Sofort (wenn gewünscht) beginnt der Minicomputer in der „Google Glass" seine Arbeit und je nachdem wie ausgefuchst der Träger ist, wühlt sich die Brille durch ihr Leben. Im Ernstfall würde ein Profi sofort ein Profil von ihren Vorlieben, von ihrem Vermögensstatus erstellt haben und wissen, wann und wo sie arbeiten, ob sie liiert oder alleinstehend, ob sie vorbestraft sind usw.! Alles Dinge die man irgendwann einmal im Netz gepostet, aber schon längst wieder vergessen hat.
Natürlich kann und wird die „Google Glass" zumeist für sinnvollere und friedliebendere Recherchen oder Einkäufe genutzt werden.
Aber sollten wir in erster Linie nicht ein wenig paranoid sein und unsere Daten so gut wie möglich geheimhalten? Was haben wir aus den Worten – NSA und Abhörskandal – gelernt?



